Hartz 4 auf amerikanisch - Finanzkrise enttarnt
Unsere amerikanischen Freunde sind ja berüchtigt für ihr gnadenloses Sozialsystem - keines nämlich. Doch mit dem Sofortprogramm von 700 Mrd. Dollar für notleidende Kredite legt die USA nun eines der größten Sozialprogramme aller Zeiten auf.
Wer hat denn die Finanzkrise verursacht? Doch nicht die Banken die jetzt notleidende Kredite abschreiben müssen sondern die Häuslebauer die trotz Zahlungsunfähigkeit Kredite zum Hauskauf aufnahmen. Dank blinder Kreditvergabe durch Fanny May & Freddie Mac (gibt’s da schon ein Comic zu?) konnte sich in USA jeder Hungerleider ein eigenes Häuschen leisten. Sozusagen Hartz IV im großen Stil. Nun zahlt dort keiner mehr den Kredit zurück, die Hauspreise fallen und die Banken sind die gearschten. Um das Finanzsystem nicht komplett zu ruinieren hat man beschlossen, dass der Steuerzahler dem armen Menschen nun sein Häuschen zahlt. Wo ist denn da der Unterschied zu unserem Hartz IV?
Ergebnis: Armer Mensch hat Haus, Steuerzahler zahlt. Im Gegensatz zum deutschen Staat hat Amerika die gigantische Umverteilung eben dem Privatsektor überlassen - vermutlich um etliche Milliarden effizienter als unser Bürokratenhaufen, allerdings ein bisschen sozial-darwinistisch (selber nachdenken).
Dass nun nebenbei ein paar Banken pleite sind dürfte die deutsche Volksseele doch nicht weiter stören, schließlich sind Banken des Teufels, handeln mit Geld und dienen einzig dazu Manager und Investoren reicher zu machen. Im Weltbild unseres Durchschnittsbürgers kommen Banken doch höchstens in der Walt Disney Form vor, als gigantische Geldspeicher mit dicken Tresortüren. Die Wertschöpfung läuft doch so: A liefert Teile, B baut zusammen, C kauft und bezahlt davon A und B. Wozu braucht man da Banken und Manager (kommt jemand auf die Lösung?)?
Passend dazu die Diskussion unserer in wirtschaftlichen Dingen zumeist völlig ahnungslosen Presse. Wird die Finanzkrise wohl Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben? Nein! Denn der Hände Arbeit ist real, das Geld ist nur Illusion und für die Wirtschaft nicht nötig! Das zeugt von grandioser Blödheit.
Mal im Ernst: Selbstverständlich hat der Zusammenbruch des Investmentbanking im großen Stil Auswirkungen auf unsere Realwirtschaft denn Geld ist das Schmiermittel im Wirtschaftskreislauf, sozusagen die Gelenkflüssigkeit. Geld überbrückt die zeitlichen Verschiebungen des Warenverkehrs (Realwirschaft). Wer sich mal die Eigenkapitalisierung deutscher Unternehmen ansieht stellt schnell fest, dass hier ohne Banken die ganz große Pleite droht. Das selbe gilt übrigens für den Staat der sich über Abschreibungsregeln und Vorauszahlungen genauso (fremd) vorfinanziert wie Unternehmen.
Die USA hat sich durch geschicktes austarieren von Kreditterminen auf Pump reich gerechnet. Die Gewinner sind die, die jetzt ein Haus haben ohne sich je eines hätten leisten zu können. Die 700 Mrd. wären fällig gewesen bevor das Investmentbanking zusammenbrach. Jetzt ist die Weltwirtschaft der Verlierer. Wir sitzen in der größten Patsche seit 80 Jahren.










