Blöde Analogien und die Finanzkrise
Die verbreitete wirtschaftstheoretische Unkenntnis der für die Massenmedien zuständigen Journalisten hat zu einer massiven Anhäufung blödsinniger Analogien geführt… Hier meine Hitliste:
Die Schleusen öffnen
Die Notenbanken pumpen frisches Geld in den Markt, die Schleusen werden geöffnet, die Märkte überschwemmt. Geld ist Wasser. Der Erfinder hat sich vermutlich gedacht, dass Geld und Wasser in ähnlichen Mengen vorhanden sind. Außerdem, Dagobert Duck nimmt jeden Tag ein Talerbad, liegt also nahe: Geld ist Wasser.
Pakete schnüren
Sammlungen von Vorhaben packt man am besten zu einem Paket zusammen. Das ist ein hübsches Bild dass jeder Depp versteht. Die in Berlin sind also mal wieder beim Pakete packen, bis in die Nacht wurden letzte Feinheiten ausdiskutiert und verpackt. Jetzt wird das Ganze verschnürt und als “Konjunkturpaket” ins Volk geworfen. Oder stellt die Bundespost die Pakete zu?
Rettungsschirme aufspannen
Wir haben ja jetzt den staatlichen Rettungsschirm für alles Böse. Ein Schirm wehrt ja gegen oben ab, also kommt das Böse von oben.
Toxische Wertpapiere
Verbriefte Forderungen die nicht mehr eingeholt werden können sind jetzt “toxisch” - also giftig (bis vor kurzem “faule Kredite”). Diese dämliche Analogie wurde vermutlich nur erfunden damit man anschließend über eine
Müllkippe für faule Kredite - Bad Bank
sinnieren kann.
Diese Anhäufung bescheuerter Analogien beweist eines deutlich: Unsere Gesellschaft ist mit dem Ausmaß dieser Krise heillos überfordert. Meine Prognose für die Wahlen im September:
Linke: 35%
FDP: 30%
CDU: 15%
SPD: 10%
Sonstige: 10%

